Wo die Telemedizin in Österreich bereits eingesetzt wird?

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Die eigentliche Telemedizin, deren Anwendungsgebiete und aktuelle Entwicklungen.

Die Telemedizin ist ein weiter Begriff, für alle medizinischen Befundungen / Behandlungen, die über eine räumliche Distanz, mittels modernen Kommunikationstechnologien erbracht werden.

Telemedizin in B2B-Bereich
Viele Krankenhäuser haben Befundungen ausgelagert, wie z.B. in der Telepathologie, der Teleradiologie etc. Dabei wird beispielsweise das Röntgenbild am Standort des Krankenhauses aufgenommen und am Standort eines Radiologen befundet. Dies fällt aber nicht unter dem eigentlichen Begriff der Telemedizin, d.h. der direkten Versorgung / Behandlung der Patienten über Technologien hinweg.

Telemedizin im B2C-Bereich (d.h. für Patienten)
Hier sitzen an einem Ende ausgebildete Fachkräfte (Ärzte, Pflege etc.), die Patienten am anderen Ende, d.h. meist zuhause, medizinisch betreuen. In Österreich gibt es die Telefonnummer 1450, die derzeit ausgebaut wird. Hier melden sich Patienten mit Beschwerden. Das Expertenteam versucht, die Beschwerden einzuordnen und die entsprechende Behandlung zu organisieren. Der Vorteil dieser zentralen Nummer ist, dass sämtliche Öffnungszeiten und Adressen der niedergelassenen Ärzte, aber auch der Kliniken vorliegen und man professionell beraten kann. Eventuell wird die 1450 zukünftig auch als Triage-Vorstufe gesehen, d.h. nur Patienten, die über 1450 in die Klinik 'eingewiesen' wurden, kommen schneller in der Notaufnahme dran.
Darüber hinaus haben erste Gesundheitseinrichtungen und Versicherungen begonnen, Telemedizin anzubieten, d.h. zu vereinbarten Zeiten erhält man kurzfristig medizinische Unterstützung bei Beschwerden. Dies hat in der Allgemeinmedizin begonnen, geht aber auch über Fächer, wie Urologie etc.
Eine andere Spielart sind regelmäßige Videoambulanzgespräche, für Patienten, die nicht mobil sind bzw. die teils mit Telemonitoring-Geräten überwacht werden. Aber auch in weiten Landstrichen, wie in Nordeuropa werden telemedizinische Psychotherapien angeboten, d.h. der Patient kommt in ein Videocallzentrum und der Psychotherapeut wird virtuell im Raum eingeblendet, sodass der Eindruck entsteht, dass beide im gleichen Raum sitzen.

2020 hat eine Studie der österreichischen Sozialversicherung in ausgewählten Fällen gezeigt, dass hinsichtlich Mortalität etc. kein Unterschied zwischen persönlicher Konsulation und telemedizinscher Betreuung besteht. Telemedizinische Leistungen können mittlerweile, soweit medizinisch vertretbar, als Kassenleistung abgerechnet werden. Seit Covid haben telemnedizinische Leistungen einen echten Aufschwung erlebt und werden sich in den nächsten Jahren weiter etablieren. Mit der Weiterentwikclung des Telementorings, d.h. der lückenlosen Überwachung medizinischer Werte am Patienten und Übermittlung an den behandelnden Arzt werden sich persönliche Ambulanzaufenthalte reduzieren bzw. telemedizinische Konsulationen weiter etablieren.

Jobs in der Telemedizin
Immer mehr werden Jobs in der Telemedizin nachgefragt. Aktuell hängt das Angebot an derartigen Stellen hinterher, werden aber zunehmen, wobei Jobs in der Telemedizin nicht mit Homeoffice-Jobs gleichgesetzt werden dürfen. Vielmehr bieten die Einrichtungen als Ergänzung fixe, telemedizinische Arbeitsplätze, wie z.B. in PVEs. Oftmals wird es ein Tätigkeitsmix sein.