Keine Zusage für eine Basisausbildung erhalten, was nun?

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Welche Vorbereitungen bzw. Alternativen gibt es für mich als Jungärztin / Jungarzt

Aktuell sind im Ost-Westgefälle 12 - 24 Monate an Wartezeit für die Basisausbildung einzuplanen. Obwohl die Anzahl der Basisausbildungsstellen nicht beschränkt ist, sehen Akutkliniken nur jene Anzahl vor, die sie vernünftig organisieren können und in welchen sie den Absolventen der Basisausbildung auch entsprechende Facharztausbildungsstellen bieten können. Das Dumme ist, dass Sie zwar danach in Lehrpraxen weitere Teile eines Fachgebietes erwerben können, aber derzeit dazu die Basisausbildung benötigen, die in der Regel nur Akutkliniken anbieten.

Das ist zwar alles spannend, aber so sehen aktuell die Möglichkeiten aus:

Medizinstudenten kurz vor Ende des Studiums in Österreich
Hier empfehlen wir die geschickte Auswahl der KJP-Plätze (Klinisch-Praktisches-Jahr), damit man im Anschluss daran eine Basisausbildungstelle ergattern kann. Idealerweise sucht man sich die KPJ-Plätze und später die Basisausbildungsstelle nahe seines Heimatortes, weil man dort die besten Chancen hat.

Bewerber aus anderen EU-Ländern
Für diese Bewerber wäre es wichtig, die Inhalte der Basisausbildung im anderen EU-Land entsprechend dem österreichischen Curriculum nachzubilden und dann beim Wechsel nach Österreich anerkennen zu lassen. Damit kann man die Basisausbildung überspringen und sofort in die Ausbildung im Fachgebiet wechseln. Dann gibt es je nach Fachgebiet Ausbildungsstellen in Akut- und Rehakliniken, Lehrambulatorien und Lehrpraxen. Hier ergibt sich oft kurzfristig eine Chance bei Graviditäten, sofern man rasch verfügbar ist. Man könnte sich auch speziell als Karenzeinspringer bewerben.

Bewerber aus Nicht-EU-Ländern, die noch in Österreich nostrifizieren müssen
Mit der Nostrifikation ist man zwar den österreichischen Ärzten gleichgestellt, hat aber weder ein KPJ zu absolvieren, noch in der Regel Zeiten aus anderen EU-Ländern, die anerkannt werden können. Damit kann man die Basisausbildung nicht 'umgehen' und man fällt in die Gruppe, die warten muss.

Alle, die es nicht schaffen, eine Basisausbildungsstelle zu erhalten, können:

  • sich für die Ausbildung in einem der Mangelfächer (siehe Mangelfachverordnung) verpflichten und im Zuge dessen versuchen, eine Basisausbildungsstelle zu bekommen; aber Achtung, auch die Ausbildungsplätze in den Mangelfächern werden immer voller
  • schon während des Medizinstudiums oder der Nostrifikation Nachtwachen, Sitzwachen, Hilfsdienste o.ä. übernehmen, um den Fuß in der Tür zu haben
  • hoffen, dass die Basisausbildung modifiziert wird (Abschaffung, Freiwilligkeit etc.), welche immer wieder in den Medien diskutiert wird
  • den Weg über die Ausbildung in einem anderen EU-Land zu gehen

Jedes Jahr werden weitere Medizinstudenten fertig und gesellen sich zu den Wartenden dazu. Jene die, die Basisausbildung absolviert haben, wechseln dann in die Facharztausbildungsstellen, die begrenzt sind und somit ebenfalls schwer verfügbar sind.

Insoferne sollte man sich langfristig vorher, für eine Stelle bewerben oder sich für Alternativen entscheiden, wie Facharztausbildung in einem anderen EU-Land. Die Rückkehr als fertiger Facharzt ist dann wieder unproblematisch, weil - welch Wunder - Bedarf besteht.