Ist der Turnusarzt der bessere Assistenzarzt?
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Wo liegt der Unterschied?
Das österreichische Ärztegesetz schreibt 223 Mal vom Turnusarzt und kein einziges Mal vom Assistenzarzt. Die Bezeichnung „Turnusarzt“ bezieht sich auf alle Turnusärzte in Ausbildung, wie es im Wortlaut im Ärztegesetz steht und das Gesetz definiert damit den Begriff quasi mit sich selbst, was natürlich zur Verwirrung führt.
Demnach spricht man dann vom Turnusarzt, wenn dieser in einer Ausbildung zum Allgemeinmediziner oder zum Facharzt ist.
So bedeutet Turnus eine definierte Rotation durch verschiedene Fachgebiete, was speziell auf die Allgemeinmedizin zutrifft. Früher sprach man vom Abschluss des Turnus, also der Rotation, was umgangssprachlich die fertige Ausbildung zum Allgemeinmediziner bedeutet. Für die Ausbildung in jedem beleibigen Fachgebiet ungleich der Allgemeinmedizin wurde man oft erst mit dem abgeschlossenen Turnus zugelassen, was eine sequentielle Ausbildung bedeutete. Der fertige Turnus führte zum ius practicandi, d.h. der Erlaubnis zur selbständigen Ausübung der ärztlichen Tätigkeit und die Klinik profitierte davon, dass man damit alleine Nachtdienste - ohne Fächereinschränkung und ohne Aufsicht - machen durfte.
Heute wird der Begriff Turnusarzt mit etwas Unschärfe gleich bedeutend mit dem Begriff Ausbildungsarzt oder Assistenzarzt verwendet.
Mittlerweile findet sich der Ausdruck Turnurarzt kaum mehr in einem Stelleninserat. Zuletzt wurde dieser Begriff oft einschränkend nur für die Ausbildung in der Allgemeinmedizin verwendet, nicht aber für die Ausbildung zum Facharzt; doch auch da spricht man heute oft von Assistenzärzten. Im Grenzraum zu Deutschland vermeidet man den Alternativbegriff Ausbildungsarzt, weil dieser in Deutschland Arzt in Weiterbildung heißt.
Die oben beschrieben sequentielle Ausbildung zum Facharzt war durch den damaligen Mangel möglich und zuletzt längst Geschichte. Allerdings könnte dieser Weg durch das neue Überangebot an Jungärzten rasch wieder kommen, jedoch reduziert das die Menge der fertig werdenden Fach- und Oberärzte, die weiterhin dringend benötigt werden.