4 / 5 der fortgeschrittenen Assistenzärzte sehen die Basisausbildung als größte Hürde beim Wechsel nach Österreich

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D.h. 80 - darunter paradoxerweise auch 20 Österreicher - von 100 Assistenzärzten sind betroffen

Bis zur Etablierung der österrischen Ärzteausbildungsordnung 2015 war der Wechsel zwischen den EU-Ländern leicht. Man konnte sich so die Facharztausbildung über den ganzen Kontinent zusammen stoppeln und viel Erfahrung und Erkenntnisse mitnehmen.
Seit 06/2015 hat sich Österreich mit der Basisausbildung von der gesamten EU abgekoppelt. Egal, wie fortgeschritten die Ausbildung schon ist, die Ausbildung im Fachgebiet kann erst dann fortgesetzt werden, wenn die Basisausbildung nachgewiesen wurde. Ist man z.B. im 4. Jahr der Inneren Medizin und hat zuvor in anderen Fächern keine Ausbildungszeiten gesammelt, dann heißt es jedenfalls zurück in die Basisausbildung für 3 oder mehr Monate.
Wollte man nur schnell 12 Monate Ausbildungszeiten in Österreich erwerben und dann in einem anderen EU-Land abschließen, dann ist klar, schnell geht gar nichts und der Facharztabschluss verzögert sich jedenfalls um die Zeiten in der Basisausbildung, die man noch absolvieren muss. Internisten müssen dann eventuell in die Chirurgie von der sie meilenweit entfernt sind.
Hand aufs Herz, wer tut sich als fortgeschrittener Assistenzarzt an, noch einmal mit der Basisausbildung (internistisch und chirurgisch) zu beginnen. Zumeist heißt es dann, die Ausbildung in Österreich ist zwar schön, aber ich wechsle dann lieber noch nicht. Und das bedeutet, dass die Chance auf einen Wechsel dann nach dem Facharztabschluss nach Österreich jeden Tag geringer wird. Die Ärzte werden dort immer seßhafter, verlieben sich und von den Kliniken dort massiv umworben.
Wie lange können bzw. wollen wir uns das in Österreich noch leisten?
WICHTIG: dies betrifft Assistenzärzte am Anfang der Ausbildung weniger, weil die Basisausbildung da Facharztausbildungszeit nicht verlängert.