Immer mehr Wahlärzte – bald keine Kassenärzte mehr?

Aktuelle Meldungen / Peter Grill

Zahlreiche unbesetzte Kassenstellen in Bundesländern mit industriell gut ausgestatteten Ballungsräumen deuten den Wandel an

Immer mehr Wahlärzte – bald keine Kassenärzte mehr?

Zahlreiche unbesetzte Kassenstellen in Bundesländern mit industriell gut ausgestatteten Ballungsräumen deuten den Wandel an

Früher gab es mehr Kassen- als Wahlärzte, doch dieses Verhältnis hat sich in den letzten 20 Jahren gedreht. Die Zahl der Wahlärzte hat sich von 4.476 auf 10.099 mehr als verdoppelt, während sich die GKK-Vertragsärzte von 6.923 auf 7.099 erhöhten.

Ende 2018 waren demnach in Österreich 129 Kassenstellen unbesetzt, 68 davon Allgemeinmediziner und 61 Fachärzte.

Gespräche mit Ärzten haben gezeigt, dass in strukturschwachen Gebieten, in welchen Patienten oft nicht über die finanziellen Mittel verfügen, jede extra zu bezahlende ärztliche Leistung hinterfragt wird. In diesen Gegenden haben Wahlarztpraxen oft nicht genügend Auslastung und die Kassenpraxen sind randvoll; Wartezeiten entstehen.

In Ballungsräumen mit besser bezahlten Jobs leisten sich die Patienten die Wahlarztkonsultationen speziell wenn es schnell gehen soll. In diesen Gebieten werden tendenziell die Wahlärzte mehr und die Kassenpraxen verlieren an Attraktivität.

Mittelfristig wird wohl auch die Anzahl der 'besetzen' Kassenpraxen zurückgehen und der Gang zum Wahlarzt mehr die Regel denn die Ausnahme sein.

Für den Patienten wird die Gesundheitsversorgung so oder so teurer.

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